RSA-Schlüsselgenerator
Erzeugen Sie öffentliche und private Schlüssel aus Primzahlen
RSA-Schlüsselgenerator-Leitfaden: Anatomie eines Schlüsselpaares
1. Das mathematische Triebwerk: Wie RSA-Schlüssel entstehen
Das Herzstück jedes RSA-Schlüsselgenerators ist eine mathematische Symmetrie, die aus dem Satz von Euler abgeleitet wurde. Die Sicherheit des gesamten Internets beruht auf der Schwierigkeit des Problems der ganzzahligen Faktorisierung. Hier ist das Rezept, dem jedes kryptografische System folgt:
Schritt-für-Schritt Generierungs-Protokoll
- 1. Primzahlen wählen ($p, q$): Der Generator wählt zwei verschiedene, massive Primzahlen aus. Bei 2048-Bit RSA sind diese Primzahlen etwa 300 Stellen lang.
- 2. Modul berechnen ($n$): Berechnen Sie $n = p \times q$. Dieses $n$ wird zum Modul sowohl für den öffentlichen als auch für den privaten Schlüssel. Seine Länge in Bits (z. B. 2048) bestimmt die Schlüsselstärke.
- 3. Phi berechnen ($\phi(n)$): Berechnen Sie die Eulersche Phi-Funktion: $\phi(n) = (p-1)(q-1)$. Diese Zahl wird streng geheim gehalten.
- 4. Öffentlichen Exponenten wählen ($e$): Wählen Sie eine Ganzzahl $e$ so, dass $1 < e < \phi(n)$ und $gcd(e, \phi(n)) = 1$ gilt.
Standard: Fast alle Systeme verwenden 65537 ($2^{16}+1$), da dies eine schnelle Verschlüsselung ermöglicht. - 5. Privaten Exponenten berechnen ($d$): Lösen Sie nach $d$ auf, indem Sie das modular-multiplikative Inverse verwenden:
$d \equiv e^{-1} \pmod{\phi(n)}$. Dies erfolgt üblicherweise über den erweiterten euklidischen Algorithmus.
Formeln für Verschlüsselung und Entschlüsselung
Sobald die Schlüssel generiert sind, ist der Prozess in seiner Einfachheit elegant:
2. RSA-Beispiel mit „Stift und Papier“
Um den RSA-Schlüsselgenerator wirklich zu verstehen, verhalten wir uns wie ein Computer, verwenden aber kleine, lesbare Zahlen.
| Variable | Berechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Primzahlen | Zwei kleine Primzahlen wählen | $p=61, q=53$ |
| Modul (n) | $n = 61 \times 53$ | $3233$ |
| Phi ($\phi$) | $(61-1) \times (53-1) = 60 \times 52$ | $3120$ |
| Öffentlich (e) | Primzahl wählen, die teilerfremd zu 3120 ist | $17$ |
| Privat (d) | Löse $17d \equiv 1 \pmod{3120}$ | $2753$ |
Das Ergebnis:
• Öffentlicher Schlüssel: $(n=3233, e=17)$
• Privater Schlüssel: $(n=3233, d=2753)$
Wenn Sie die Nachricht $M=65$ (ASCII ‚A‘) verschlüsseln, gilt $C = 65^{17} \pmod{3233} = 2790$.
Entschlüsselung: $2790^{2753} \pmod{3233} = 65$.
3. Der Dateiformat-Dschungel: PEM, DER, PKCS
Wenn Sie einen RSA-Schlüssel generator verwenden, erhalten Sie nicht nur Zahlen, sondern eine Datei. Das Verständnis dieser Formate ist für Entwickler entscheidend.
PEM vs. DER
- DER (Distinguished Encoding Rules): Binärformat. Nicht menschenlesbar. Oft in Java verwendet.
- PEM (Privacy Enhanced Mail): Base64-kodiertes DER mit Header/Footer. Dies ist der Standard für OpenSSL und das Web.
PKCS#1 vs. PKCS#8
| Standard | Header | Beschreibung |
|---|---|---|
| PKCS#1 | -----BEGIN RSA PRIVATE KEY----- |
Alter Standard. Speziell nur für RSA-Schlüssel. |
| PKCS#8 | -----BEGIN PRIVATE KEY----- |
Moderner Standard. Universeller Container für JEDEN Algorithmus (RSA, ECC, DSA). |
4. Entwickler-Cheatsheet: OpenSSL-Befehle
Trauen Sie Online-Generatoren für Produktivschlüssel nicht? Gut so. Sie sollten diese lokal generieren. Hier sind die wichtigsten Befehle für Ihr Terminal.
Einen 2048-Bit Privatschlüssel generieren (PKCS#8):5. Sicherheitsanalyse: Ist RSA am Ende?
Mit dem Aufstieg des Quantencomputings steht die Sicherheit des RSA-Schlüsselgenerators auf dem Prüfstand.
Die Quantenbedrohung (Shors Algorithmus)
Klassische Computer würden Billionen von Jahren benötigen, um eine 2048-Bit-Zahl zu faktorisieren. Der Shor-Algorithmus, der auf einem ausreichend großen Quantencomputer läuft, könnte dies jedoch in Stunden lösen.
Das NIST empfiehlt, 1024-Bit RSA ab sofort nicht mehr zu verwenden. 2048-Bit RSA ist vorerst sicher (bis ca. 2030). Für langfristige Geheimhaltung sollten Sie den Wechsel zu ECC (Elliptic Curve Cryptography) oder Post-Quanten-Algorithmen (wie CRYSTALS-Kyber) in Betracht ziehen.
6. FAQ-Ecke des Professors
Referenzen
- Rivest, R.; Shamir, A.; Adleman, L. (1978). „A Method for Obtaining Digital Signatures and Public-Key Cryptosystems“. Communications of the ACM.
- NIST Special Publication 800-57 Part 1. „Recommendation for Key Management“.
- OpenSSL Foundation. „OpenSSL Cookbook“.
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