Endwertrechner (FV)
Berechnen Sie, wie stark Ihre Investition über die Zeit wächst. Ideal für Sparziele, Altersvorsorge und die Analyse des Zinseszinseffekts.
Der ultimative Endwertrechner (FV) & Leitfaden: Zinseszins & Vermögenswachstum meistern
1. Der Endwert & der „Schneeballeffekt“
Im Kern beantwortet ein **Endwertrechner** eine einzige Frage: „Wie stark wird mein Geld wachsen?“
Die Geheimzutat ist der **Zinseszins**. Im Gegensatz zum einfachen Zins (der sich linear verhält) folgt der Zinseszins einer geometrischen Kurve. Er generiert Zinsen auf das Anfangskapital plus die bereits angesammelten Zinsen vergangener Perioden. Dadurch entsteht ein „Schneeballeffekt“ – anfangs klein und langsam, aber mit der Zeit massiv und unaufhaltsam.
[Image of compound interest vs simple interest graph]
Wir investieren 10.000 € zu 10 % für 30 Jahre.
• Einfacher Zins (linear): Sie verdienen 1.000 €/Jahr. Endwert = 40.000 €.
• Zinseszins (exponentiell): Zinsen verdienen Zinsen. Endwert = 174.494 €.
Die Lektion: Gleiches Geld, gleicher Zinssatz, aber der Zinseszins liefert das 4,3-fache Vermögen. Deshalb sagen wir: „Zeit im Markt schlägt das Timing des Marktes.“
2. Der mathematische Motor: FV-Formeln erklärt
Ein robuster **Endwertrechner** muss verschiedene Szenarien abdecken. Investieren Sie eine Einmalsumme oder zahlen Sie monatlich ein? Hier sind die Formeln, die Finanzanalysten verwenden.
A. Einmalanlage (Die Basis-Wachstumsformel)
Verwenden Sie diese, wenn Sie einmalig Geld anlegen und es ruhen lassen (z. B. eine Erbschaft).
- PV: Barwert (Anfangskapital).
- r: Jährlicher Zinssatz (dezimal).
- n: Anzahl der Jahre.
B. Nachschüssige Rente (Sparpläne)
Verwenden Sie diese für regelmäßige Beiträge, bei denen die Zahlung am Ende des Zeitraums erfolgt.
C. Vorschüssige Rente (Sofortige Investition)
Verwenden Sie diese, wenn Sie am Anfang des Zeitraums einzahlen. Da Ihr Geld 30 Tage früher investiert ist, erzielt es mehr Zinsen.
D. Stetige Verzinsung (Das theoretische Limit)
Wenn Zinsen jede Mikrosekunde anfallen, nutzen wir die Eulersche Zahl ($e \approx 2,718$).
3. Kopfrechen-Magie: Die Regeln von 72 & 114
Finanzprofis nutzen nicht immer einen Rechner. Wir nutzen Abkürzungen, um das Wachstumstempo zu schätzen.
Die 72er-Regel (Verdopplungszeit)
Die 114er-Regel (Verdreifachungszeit)
| Rendite | Jahre bis Verdopplung (72er) | Jahre bis Verdreifachung (114er) | Anlageklasse Benchmark |
|---|---|---|---|
| 2 % | 36 Jahre | 57 Jahre | Tagesgeld / Festgeld |
| 6 % | 12 Jahre | 19 Jahre | Konservatives Portfolio |
| 8 % | 9 Jahre | 14,2 Jahre | Ausgewogenes Portfolio (60/40) |
| 10 % | 7,2 Jahre | 11,4 Jahre | S&P 500 Historischer Durchschnitt |
4. Fallstudien: Die Kosten des Wartens
Die wichtigste Variable in der Endwert-Formel ist nicht der Zinssatz ($r$), sondern die Zeit ($n$). Beweisen wir es mit zwei Szenarien.
Szenario A: Der „Frühstarter“ vs. der „Zögerer“
Angenommen, die jährliche Rendite beträgt 8 %:
- Alice (Start mit 20): Investiert 5.000 €/Jahr für 10 Jahre und stoppt dann für immer. (Gesamt investiert: 50.000 €).
- Bob (Start mit 30): Wartet 10 Jahre und investiert dann 5.000 €/Jahr bis zum Alter von 65 Jahren. (Gesamt investiert: 175.000 €).
| Investor | Gesamt investiert | Jahre im Markt | Vermögen mit 65 |
|---|---|---|---|
| Alice (Start mit 20) | 50.000 € | 45 Jahre | 1.085.000 € 🏆 |
| Bob (Start mit 30) | 175.000 € | 35 Jahre | 861.000 € |
Das Urteil des Professors: Obwohl Bob das 3,5-fache an Kapital investiert hat, geht Alice mit über 200.000 € mehr in den Ruhestand. Die „Opportunitätskosten“ von Bobs Verzögerung waren gewaltig.
5. Der stille Killer: Inflationsbereinigter FV
Ein häufiger Fehler ist die Betrachtung des nominalen Endwerts. Wenn Sie berechnen, dass Sie in 30 Jahren 1 Million Euro haben werden, müssen Sie fragen: „Was kann ich mir in 30 Jahren für 1 Million Euro kaufen?“
Um den realen Endwert (Kaufkraft) zu finden, müssen Sie den Zinssatz mit der Fisher-Gleichung anpassen:
Wenn Ihre Anlagen 8 % abwerfen, die Inflation aber 3 % beträgt, wächst Ihr „realer Reichtum“ nur um 5 %. Nutzen Sie Ihren **Endwertrechner** immer auch mit einem konservativen, inflationsbereinigten Zinssatz.
6. Entwickler-Ecke: Die Excel-Funktion ZW
Bauen Sie Ihr eigenes Finanzmodell? So nutzen Sie die Standardfunktion in Excel oder Google Sheets.
7. FAQ-Ecke des Professors
Referenzen
- Malkiel, B. G. (2019). A Random Walk Down Wall Street. W. W. Norton & Company.
- Siegel, J. J. (2014). Stocks for the Long Run. McGraw-Hill Education.
- U.S. Securities and Exchange Commission. „Compound Interest Calculator Guide“. Investor.gov.
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