Get in touch

Contact Form Demo

EBITDA-Rechner

Berechnen Sie die operative Rentabilität, indem Sie nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Finanzierungskosten zum Jahresüberschuss addieren.

📊 Kernkennzahlen
Hinzuzurechnende Aufwendungen

Zu finden in der Kapitalflussrechnung.

👨‍🏫
Von Prof. David Anderson
Investment-Banking-Veteran | MBA-Professor
"Im Hörsaal sprechen wir über den Jahresüberschuss. Aber im Deal Room sprechen wir über das EBITDA. Egal, ob Sie Ihr Unternehmen an Private Equity verkaufen oder eine Aktie bewerten, das EBITDA ist die 'universelle Währung der Bewertung'. Es blendet das Rauschen von Steuergesetzen und Finanzierungsentscheidungen aus, um die rohe operative Kraft eines Unternehmens freizulegen. Aber Vorsicht: Nicht jedes EBITDA ist gleich. Heute berechnen wir die Zahl, auf die es wirklich ankommt: das bereinigte EBITDA."

EBITDA-Rechner & bereinigtes EBITDA: Leitfaden zu Bewertung, Margen & QofE

Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation, and Amortization)

1. Die Kernformel: Warum wir sie bereinigen

Warum ignorieren Banker den „Jahresüberschuss“? Weil dieser durch drei Faktoren beeinflusst wird, die nichts mit dem operativen Geschäft zu tun haben: Schuldenstruktur (Zinsen), Staatspolitik (Steuern) und Bilanzierungshistorie (Abschreibungen). Um Unternehmen A und B fair vergleichen zu können, müssen wir diese Faktoren eliminieren.

Methode A: Die indirekte Methode (Bottom-Up)

Dies ist der gängigste Ansatz, beginnend am Ende der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV).

$$ \text{EBITDA} = \text{Jahresüberschuss} + Z + S + A $$ Wobei Z=Zinsen, S=Steuern, A=Abschreibungen (D&A)

Methode B: Die direkte Methode (Top-Down)

Dieser Ansatz betrachtet rein die operative Leistung.

$$ \text{EBITDA} = \text{Umsatz} - \text{Herstellungskosten} - \text{OpEx}^* $$ *Operative Kosten ohne Abschreibungen

2. Bereinigtes EBITDA: Die „wahre“ Zahl

Wenn Sie ein Unternehmen verkaufen, ist das Standard-EBITDA meist zu niedrig. Sie müssen das bereinigte EBITDA berechnen, indem Sie Ausgaben „hinzurechnen“ (Add-backs), die einem neuen Eigentümer nicht entstehen würden. Dies ist der zentrale Verhandlungspunkt bei jedem M&A-Deal.

💰 Häufige „Add-backs“ (Seller's Discretionary Earnings)

  • Übermäßiges Eigentümergehalt: Wenn Sie sich 500k zahlen, ein Ersatz-CEO aber nur 200k kostet, rechnen Sie 300k hinzu.
  • Privatausgaben: Firmenwagen, Clubmitgliedschaften oder Privatreisen, die über die GuV laufen.
  • Einmalige Honorare: Gerichtliche Vergleiche oder M&A-Beratungskosten.
  • Mietanpassung: Wenn Ihnen das Gebäude gehört und Sie sich eine übermarktübliche Miete zahlen, rechnen Sie die Differenz hinzu.

3. Warren Buffetts Warnung: Die CapEx-Falle

Charlie Munger nannte das EBITDA berühmt-berüchtigt „BS-Earnings“. Warum? Weil es Investitionsausgaben (CapEx) ignoriert.

⚠️ Die Falle

Stellen Sie sich ein Transportunternehmen mit 10 Mio. € EBITDA vor. Es sieht profitabel aus. Aber seine LKWs verschleißen alle 5 Jahre. Es MUSS jährlich 8 Mio. € für neue LKWs ausgeben, nur um im Geschäft zu bleiben.
Wahrer freier Cashflow = EBITDA - CapEx - Veränderungen im Working Capital.
In diesem Fall generiert das Unternehmen nur 2 Mio. €, nicht 10 Mio. €.

4. „Quality of Earnings“ (QofE) Checkliste

Wenn große Firmen wie PwC oder Deloitte ein zum Verkauf stehendes Unternehmen prüfen, führen sie eine QofE-Analyse durch. Nutzen Sie diese Liste für Ihr eigenes Audit.

  • Nachhaltigkeit des Umsatzes: Wird das EBITDA durch wiederkehrende Kunden (SaaS) oder durch unregelmäßige Einzelprojekte (Baugewerbe) getrieben? Wiederkehrend ist ein höheres Multiple wert.
  • Aktivierungspolitik: Hat das Unternehmen Ausgaben aggressiv aktiviert (in die Bilanz verschoben), um das EBITDA künstlich aufzublähen?
  • Trends im Working Capital: Ist das EBITDA nur deshalb positiv, weil Zahlungen an Lieferanten verzögert wurden (Anstieg der Verbindlichkeiten)? Das ist ein Warnsignal.
  • Klumpenrisiko bei Kunden: Macht ein einziger Kunde >20 % des EBITDA aus? Wenn ja, ist die Qualität des EBITDA gering und riskant.

5. Bewertung: Das EV/EBITDA-Multiple

Sobald Sie Ihr bereinigtes EBITDA haben, wenden Sie ein „Multiple“ (Multiplikator) an, um den Unternehmenswert (Enterprise Value) zu ermitteln.

$$ \text{Unternehmenswert} = \text{Bereinigtes EBITDA} \times \text{Multiple} $$

Welches Multiple ist zu erwarten? Das hängt stark von der Branche und der Wachstumsrate ab.

Branche Typische Marge Typisches Multiple (EV/EBITDA)
SaaS / Software 40 % - 60 % 10x - 20x+
Gesundheitswesen 15 % - 25 % 8x - 12x
Fertigung / Industrie 10 % - 20 % 5x - 8x
Einzelhandel / Gastronomie 5 % - 15 % 4x - 6x

6. Fallstudie: TechCo vs. HeavyMetal Inc.

Vergleich zweier Unternehmen mit 10 Mio. € EBITDA

Beide Firmen haben 10 Mio. € EBITDA. Sind sie gleich viel wert?

  • TechCo (Software): Hat 0 € CapEx (nur Laptops) und wächst jährlich um 30 %.
    Bewertung: 10 Mio. € × 15 = 150 Millionen €.
  • HeavyMetal Inc (Stahl): Benötigt 7 Mio. €/Jahr CapEx für Hochöfen. Wächst um 2 %.
    Bewertung: 10 Mio. € × 5 = 50 Millionen €.

Lektion: Das EBITDA ist die Startlinie, nicht das Ziel. CapEx und Wachstum bestimmen das Multiple.

7. FAQ-Ecke des Professors

F: Ist EBITDA dasselbe wie der Bruttogewinn?
Nein. Der Bruttogewinn ist Umsatz minus Herstellungskosten (COGS). Das EBITDA ist der Bruttogewinn minus operative Kosten (Vertrieb, Verwaltung, Forschung), aber vor Abschreibungen. In der GuV steht das EBITDA weiter unten als der Bruttogewinn.
F: Kann ein Unternehmen einen negativen Jahresüberschuss, aber ein positives EBITDA haben?
Ja! Das ist bei Startups oder hoch verschuldeten Firmen üblich. Sie können operativ profitabel sein (positives EBITDA), aber hohe Zinszahlungen oder Abschreibungen führen zu einem Nettoverlust. Deshalb schauen Investoren auf das EBITDA, um den Kern des Geschäfts zu bewerten.
F: Was ist der Unterschied zwischen „SDE“ und EBITDA?
SDE (Seller's Discretionary Earnings) wird für kleine Betriebe (unter 2 Mio. € Umsatz) verwendet. Es rechnet das gesamte Gehalt des Eigentümers hinzu. Das EBITDA wird für größere Firmen (ab 5 Mio. € Umsatz) verwendet und rechnet nur das übermarktübliche Gehalt hinzu.

Referenzen

  • Berkshire Hathaway. "Annual Letter to Shareholders (2000, 2002) - Warren Buffett on EBITDA".
  • McKinsey & Company. "Valuation: Measuring and Managing the Value of Companies".
  • NYU Stern (Damodaran). "EV/EBITDA Multiples by Industry Sector (Jan 2026 Data)".
  • Investopedia. "Quality of Earnings Report".

Ermitteln Sie Ihre wahre Bewertung

Hören Sie auf zu raten. Berechnen Sie Ihr bereinigtes EBITDA und wenden Sie das richtige Multiple an.

Bereinigtes EBITDA berechnen