Transformator-Rechner
Ein idealer Transformator basiert auf dem Faradayschen Induktionsgesetz. Das Verhältnis der Primärspannung (\(V_p\)) zur Sekundärspannung (\(V_s\)) entspricht genau dem Verhältnis ihrer jeweiligen Windungszahlen (\(N_p\) und \(N_s\)):
Tipp: Geben Sie beliebige DREI der vier Variablen unten ein. Der Rechner ermittelt den fehlenden Wert und baut den elektromagnetischen Kern dynamisch auf.
Primärseite (Eingang)
Sekundärseite (Ausgang)
1. Rechenweg
2. Dynamischer elektromagnetischer Kern
Echtzeit-Simulation. Die Spulendichte passt sich visuell dem berechneten Windungsverhältnis (\(N_p / N_s\)) an. Beobachten Sie den magnetischen Fluss durch den Eisenkern.
3. AC-Spannungs-Oszilloskop
Visualisierung der Amplitudenverschiebung der Sinuswellen.
Der ultimative Transformator-Rechner & Dimensionierungsleitfaden
1. Die ideale Transformatorgleichung (Windungsverhältnis)
Im Kern besteht ein Transformator aus zwei Drahtspulen, die um einen gemeinsamen Eisenkern gewickelt sind. Er basiert auf dem Faradayschen Induktionsgesetz. Das Verhältnis der Windungszahlen der Primärspule ($N_p$) zur Sekundärspule ($N_s$) bestimmt exakt, wie die Spannung hoch- oder runtertransformiert wird.
Beachten Sie eine kritische Dynamik: Während die Spannung $V$ direkt proportional zum Windungsverhältnis ist, verhält sich der Strom $I$ umgekehrt proportional. Wenn Sie die Spannung um den Faktor 4 senken, steigt der verfügbare Strom um den Faktor 4.
Galvanische Trennung: Ein Trenntransformator hat ein Windungsverhältnis von exakt 1:1. Warum? Weil es keine physische Verbindung zwischen Primär- und Sekundärseite gibt – nur ein Magnetfeld. Dies schützt Techniker vor lebensgefährlichen Stromschlägen, indem der direkte Pfad zum geerdeten Stromnetz unterbrochen wird.
2. Die ultimative Industriesünde: Watt vs. VA
Auf einem Typenschild werden Sie niemals „Kilowatt (kW)“ finden, sondern immer „Kilovolt-Ampere (kVA)“.
🚨 Die Tragödie des Leistungsfaktors
Dimensionieren Sie niemals nach Watt!
Watt misst die Wirkleistung – die tatsächlich verrichtete Arbeit.
Volt-Ampere (VA) misst die Scheinleistung – den gesamten Strom, den der Trafo physikalisch durch seine Drähte drücken muss.
Aufgrund induktiver Lasten (Motoren) hat Ihr System einen Leistungsfaktor (PF). Bei einem 100-kW-Motor mit einem PF von 0,80 beträgt die benötigte Scheinleistung:
100 kW / 0,80 = 125 kVA.
Wenn Sie blind einen 100-kVA-Trafo kaufen, überlasten Sie ihn um 25% und riskieren einen Brand!
3. Der Mythos des 100% effizienten Transformators
Reale Transformatoren leiden unter zwei Hauptverlustarten, die Wärme erzeugen und den Wirkungsgrad ($\eta$) mindern:
- Kupferverluste ($I^2R$): Die Wicklungen haben einen elektrischen Widerstand. Hoher Strom erzeugt hier massive Hitze.
- Eisenverluste (Kernverluste): Das magnetische Wechselfeld erzeugt Reibung auf molekularer Ebene (Hysterese) und Wirbelströme im Stahlkern.
4. Dimensionierung: Einphasig vs. Drehstrom
Scheinleistungsgleichungen:
Einphasig (1Φ):
$$S_{kVA} = \frac{V \times I}{1000}$$
Drehstrom (3Φ):
$$S_{kVA} = \frac{\sqrt{3} \times V_{L-L} \times I}{1000}$$
($\sqrt{3} \approx 1,732$; $V_{L-L}$ ist die Außenleiterspannung)5. Fallstudie 1: Das ideale Windungsverhältnis
Netzteil-Design
Primärspannung 120V, Primärspule 600 Windungen. Benötigt wird eine Sekundärspannung von 24V.
Schritt 1: Windungsverhältnis ($a$)
$a = 120 / 24 = 5$ (5:1 Abwärtstransformator).
Schritt 2: Sekundärwindungen ($N_s$)
$600 / N_s = 5 \implies N_s = 120$ Windungen.
Fazit: Sie benötigen exakt 120 Windungen auf der Sekundärseite.
6. Fallstudie 2: Drehstrom in der Industrie
Maschinendimensionierung
Fabriknetz: 480V (3-Phasen). Maschine benötigt: 400V (3-Phasen) bei 65A Last.
Schritt 1: Last-kVA berechnen
$S_{Load} = (1,732 \times 400 \times 65) / 1000 = 45,03$ kVA.
Schritt 2: Sicherheitsmarge (25%)
$45,03 \times 1,25 = 56,28$ kVA.
Fazit: Da 56,28 kVA die Standardgröße von 45 kVA überschreitet, müssen Sie einen 75-kVA-Transformator wählen.
7. FAQ-Ecke des Professors
Berechnen Sie mit absoluter Präzision
Hören Sie auf zu raten. Nutzen Sie unseren dynamischen Transformator-Rechner, um Windungsverhältnisse, Ströme und kVA-Anforderungen sofort zu lösen.
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